Interview mit Gründerin Monika Valentine Martinčević

  • 01.09.2020
  • Lotsendienst
  • von Lotsendienst

Hallo Frau Martinčević,

Bitte stellen Sie sich und Ihr Business kurz vor.

Mein Name ist Monika Valentine Martinčević. Nach dem Studium (Theaterwissenschaft, Germanistik) habe ich über 15 Jahre lang als Pressesprecherin an diversen Stadttheatern in Deutschland gearbeitet. Zuletzt war ich Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Brandenburger Theater, bis ich 2018 meinem Herzenswunsch nachging und mich im März 2019 selbständig machte. Mein Business: Ich bin Texterin (SEO und Print) und Deutschdozentin an der Akademie Seehof und an der Technischen Hochschule Brandenburg. Ende des Jahres schließe ich meine Weiterbildung als Interkulturelle Kompetenztrainerin ab und kann dann ab 2021 auch Interkulturelle Kommunikation – Trainings anbieten.

Welche Herausforderungen gab es auf dem Weg zur Gründung und wie haben Sie diese gemeistert?

Ich denke, die größte Herausforderung war es, meine Neigungen zu bündeln. Noch heute steht auf meiner Visitenkarte: Texterin, Deutschdozentin, Interkulturelle Kompetenztrainerin, Autorin, Übersetzerin. Dass ich all die Gebiete innerhalb der letzten 17 Monate abgedeckt hätte, wäre geflunkert (lacht) und wie ich denke, etwas unrealistisch. Ich habe mich auf die oben genannten drei Bereiche fokussiert und meine Energie komplett darin investiert. Die Unternehmensberaterin, die mich auf dem Weg zur Gründung professionell begleitete, bestärkte mich in meiner „Mehrgleisigkeit“ und zeigte mir Wege auf, wie ich mich am besten fokussiere, ohne das Ganze aus den Augen zu verlieren. Schließlich ergänzen sich die Fertigkeiten ja am Ende gewinnbringend.  

Haben Sie Tipps für künftige Selbständige?

Bleiben Sie am Ball und verlieren Sie künftige Weiterbildungen in Ihrem Bereich nicht aus den Augen. In der Interkulturellen Kommunikation gibt es den Begriff „Standbein“ und „Spielbein“. Das Standbein ist meine Kultur, die mich geprägt hat und mich nährt. Doch ich benötige in der Kommunikation auch ein Spielbein, das mich flexibel agieren und reagieren lässt. Als Unternehmer/In sollte man aus meiner Sicht ein Stand- und Spielbein haben.

Wie schätzen Sie den Nutzen der Beratung durch das Projekt Lotsendienst ein?

Für mich war die Beratung des Lotsendienstes immens wichtig. Der Lotsendienst war für mich ein entscheidender Sparringspartner, auf den ich während meiner Gründungsphase bauen konnte. Ich habe bei dem viertägigen Gründungsworkshop die offene Kommunikation mit Interessierten aus den unterschiedlichsten Branchen sehr geschätzt. Bereits zu diesem Zeitpunkt merkte ich, worauf man als Unternehmerin achten sollte.

Die anschließende mehrmonatige Begleitung einer professionellen Unternehmensberaterin war besonders bei den administrativen Angelegenheiten, die man in der Regel vielleicht nicht unbedingt sehr gerne macht, sehr hilfreich. Jemanden an der Seite zu haben, der die Komponenten der Gründung zeitökonomisch kompakt und anwendungsbasiert vermittelte, war sehr hilfreich für mich.

Hätten Sie sich noch zusätzliche Unterstützungsangebote gewünscht oder brauchen Sie jetzt noch weitere Unterstützung?

Natürlich stellen sich nach einem Jahr noch andere, weitere Fragen. Bei mir sind das eher branchenspezifische Fragen, für die man sich an die dementsprechenden Verbände wenden kann - bspw. in meinem Fall, den Texterverband.

Für die Kreativbranche gibt es weiterführende, professionelle Unterstützungsangebote durch die Kreativagentur Brandenburg und last but not least schätze ich den Austausch in diversen Netzwerken wie beispielsweise im Rahmen des Unternehmerinnen Netzwerks Brandenburg (dessen stellvertretende Sprecherin ich zurzeit bin) und des Meetups Brandenburg - ein junges, loses Netzwerk Brandenburger Selbständiger.

Würden Sie unser Projekt weiterempfehlen?

Ja, unbedingt. Abgesehen davon sollte man es nicht unerwähnt lassen, dass dieses professionelle, von EU-Mitteln geförderte Beratungsangebot einmalig in Deutschland ist.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Das Projekt Havel Valley, eine aktuelle Initiative Brandenburger Selbständiger, lebt es gerade vor. Wünschenswert wäre es, dass sich längerfristig eine Start-up-Gründerszene in Brandenburg niederlässt, vor den Toren Berlins. Brandenburg liefert hierfür nicht nur im Bereich der Work-Life-Balance ideale Bedingungen.

Vielen Dank für das offene Gespräch und die konstruktive Zusammenarbeit während der Beratung. Wir wünschen Ihnen alles erdenklich Gute für Sie persönlich und Ihre unternehmerische Zukunft. Wenn sich künftig Fragen ergeben, treten Sie gern mit uns in Kontakt.

  • 18.08.2020
  • Aktuelles
  • von Heike Reypka

Qualifizierungskurs zum/zur Triebfahrzeugführer/-in im TGZ

Interview mit Gründer Ronny Müller

  • 05.08.2020
  • Lotsendienst
  • von Lotsendienst

Hallo Herr Müller,

danke, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview genommen haben.

Bitte stellen Sie sich und Ihr Business kurz vor.

Ich bin Ronny Müller, Moderator, Sprecher & Synchronsprecher. Auch Schauspieler kann man noch dazuzählen – da das besonders beim Synchronsprechen von großer Bedeutung ist. Da geht es dann darum, in kürzester Zeit die Gefühle und das Tempo der Person die man spricht wahrzunehmen und dann textlich umzusetzen. Auch wenn man manchmal ins Schwitzen kommt, macht es riesigen Spaß. Die einzelnen Tätigkeiten sind sehr unterschiedlich und genau die Unterschiede bereiten mir am meisten Vergnügen, da es selten den gleichen Auftrag gibt. Mal gibt es eine Podiumsdiskussion dann ein Live-Hörspiel, dann ist man wieder im Atelier. Die drei Bereiche in denen ich arbeite sind ja schon an sich ein wenig unterschiedlich. Als Moderator hat man andere Anforderungen und Gegebenheiten als Synchronstimme und innerhalb des Synchronbereiches hat man auch noch mal wechselnde Rollen. Dieser Wandel von Projekt zu Projekt ist das, was den größten Spaß ausmacht.

Welche Herausforderungen gab es auf dem Weg zur Gründung und wie haben Sie diese gemeistert?

Vor dem Workshop war ich mir nie so sicher, ob das was ich schon über die Selbstständigkeit wusste, auch alles richtig ist. Das betraf vor allem Thematiken wie Finanzamt, Gewerbeanmeldung, Buchhaltung und Versicherungen. Zwar habe ich schon viel darüber gelesen und so langsam verstanden gehabt – aber man hatte dann doch das Gefühl das man von überall ein bisschen aufsaugte, aber nicht wirklich wusste, welcher Stein nach welchem kommt. Da war es dann schön, alles gebündelt im Lotsendienst vermittelt zu bekommen und alle seine individuellen Fragen zu stellen. Insbesondere meine persönliche Beraterin am Standort des Lotsendienstes im Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) hat mir oft kurzfristig geholfen und mich in die richtige Richtung geschickt. Ergänzend hatte ich noch zwei wirklich gute Freunde aus Berlin, die selber selbstständig sind und mir Tipps geben konnten, wie der Start der Selbstständigkeit aussieht und was danach passiert. Das hat mich alle Herausforderungen meistern lassen.

Inwieweit hatte die Corona-Pandemie Einfluss auf Ihr Gründungsvorhaben?

Als ich in der Gründung war, war das definitiv ein großer Punkt, den ich berücksichtigt habe, aber ich wollte auch loslegen und meine Traumvorstellung umsetzen. Besonders für den Anfang habe ich mir aber finanzielle Unterstützung geholt, um meinen Einstieg zu erleichtern. Dennoch sind die Auswirkungen von Corona etwas schwerer als angenommen. Auch wenn viele Unternehmen schon länger wieder aktiv sind, bleiben sie vorsichtig und überlegen bei Neueinsteigern noch mehr als sonst, auch weil derzeit der Platz für, zum Beispiel neue Synchronsprecher, nicht da ist. Mit diesem Wissen wird man auch schnell selbst aktiver und entwickelt eigene Konzepte für Hörbücher oder Videoformate auf YouTube und Twitch – um auf jeden Fall präsent zu sein. Also Dinge, die sich von zu Hause aus mit meinem Set Up machen lassen. Dazu kommt noch der Kontakt zu anderen Schauspielern und Künstlern die Projekte starten – bei denen man auch dabei ist. Dennoch habe ich schon erste Aufträge von Unternehmen bekommen und denke, dass alles weiter voranschreitet.

Haben Sie Tipps für künftige Selbständige?

Einfach loslegen! Wenn du eine Idee hast die dich erfüllt, dann kannst du gar nicht falsch liegen. Wenn du mit Leidenschaft rangehst, dann machst du auf jeden Fall alles richtig. Es ist nicht schlimm, wenn man mal zweifelt oder es nicht ganz so gut läuft. Es geht nicht, alles perfekt zu machen, sondern darum, dran zu bleiben. Jeder von uns wankt mal, das ist normal. Damit sind wir nicht alleine, aber dranbleiben ist extrem wichtig, wenn auch nicht immer einfach. Macht das, was euch

glücklich macht! Versucht die Hindernisse, die ihr habt zu überwinden, bleibt nicht in einem Job, der euch unglücklich macht. Packt eure Idee und legt los, egal wie der Anfang aussehen wird.

Wie schätzen Sie den Nutzen der Beratung durch das Projekt Lotsendienst ein?

In zwei Wörtern – richtig gut. Allein schon die Möglichkeit, kostenfrei an einem Workshop teilzunehmen, ist toll. Man bekommt dann als kleine Gruppe viele nützliche Tipps, die bestimmt nicht in jedem Handbuch stehen und man kann seiner Idee das erste Mal Arme und Beine verleihen. Nach dem Workshop hilft ein/e Berater/in, die Vision der Selbstständigkeit umzusetzen. Ich bekam viel Input und Hilfe auf meinem Weg und das alles sehr menschlich und kommunikativ.

Hätten Sie sich noch zusätzliche Unterstützungsangebote gewünscht oder brauchen Sie jetzt noch weitere Unterstützung?

Mit dem Workshop und der Einzelberatung mit meiner Beraterin war ich sehr zufrieden. Man darf jedoch nicht vergessen, dass der Großteil von einem selbst kommen muss. Man setzt sich viel mit seinen Zahlen und dem Konzept auseinander. Daher finde ich, dass die Unterstützung des Lotsendienstes, insbesondere die Beratung, definitiv ein ausreichendes Fundament ist. Aktuell gibt es in der Tat immer mal wieder kleine Fragen, die ich gern noch mal stellen würde. Ich denke aber, die wirklich entscheidenden Fragen kommen am Ende des ersten Geschäftsjahres. Dafür wünsche ich mir noch mal ein Gespräch mit meiner Beraterin um zu zeigen, was bisher passiert ist und was man noch verbessern kann.

Würden Sie unser Projekt weiterempfehlen?

Definitiv ja! Ich würde es sogar als notwendig einstufen, wenn man in die Selbstständigkeit gehen will. Man kriegt alle Informationen zusammengefasst aus einer Richtung und kann viele Fragen stellen. Noch dazu wird der Lotsendienst durch das Land Brandenburg und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert und damit für Gründende und Unternehmensnachfolgende kostenfrei.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Allem voran, dass sich Corona legt, die Menschen gesund werden, die Wirtschaft sich so gut es geht erholt und wieder mehr Platz für Neueinsteiger da ist. Ich wünsche mir, dass ich auch weiterhin an vielen Projekten teilhaben darf und es auch noch mehr werden - sei es auf der Bühne, vor dem Mikrofon oder im Fokus der Kamera. Ich bin aber auch offen für Neues und Überraschungen, denn ich nehme das Leben, wie es kommt. Was ich mir aber ganz konkret erträume: Eine Blockhütte und einen 67er Chevrolet Impala.

Vielen Dank für das offene Gespräch und die gute Zusammenarbeit. Wenn Sie in Zukunft Fragen haben, melden Sie sich gern.

Termin nächster Gründungsworkshop

  • 17.07.2020
  • Lotsendienst
  • von Lotsendienst

Der Lotsendienst im TGZ veranstaltet voraussichtlich Ende August den nächsten Workshop für Gründungsinteressierte, die wissen möchten, ob ihre Geschäftsidee am Markt funktionieren kann. Dazu werden die Vorhaben gemeinsam mit Experten analysiert und weiterentwickelt. Das Angebot richtet sich an Beschäftigte und Arbeitslose. Kosten für die Teilnahme fallen nicht an, da der Lotsendienst durch das Land Brandenburg und EU gefördert wird.

Telefon 03381-381630 lotsendienst@tgz-brb.de

 

  • 14.07.2020
  • Aktuelles
  • von Heike Reypka

Berufsorientierung 2020 in der Wirtschaftsregion Westbrandenburg